v.l.n.r.:
Dieter Beckert, Hans-Eckardt Wenzel, Jörg Kokott, Jürgen Börner, Rolf
Fischer, Matthias Kießling, Thomas Bruhn, Karl-Heinz Saleh, Matthias
Wegener, Almut Walther, Cornelia Thomas, Elke Wenzel, Scarlett Seeboldt,
Steffen Mensching
...war eine Gemeinschaftsproduktion von Karls Enkel, Wacholder, Beckert/Schulz und Jürgen Börner.
Das Berliner Liedertheater „Karls Enkel" hat sich mit der Gruppe „Wacholder"
und den beiden Liedermachern Dieter Beckert und Karl-Heinz Schulz zusammengetan,
herausgekommen ist die „Hammer-Rehwü". Die vor Beginn laufende
Tonbandmusik stimmt auf das Kommende ein: von (heute unerträglichen)
Schlageraufnahmen der fünfziger Jahre bis zu Blasmusik-Adaptionen Eislerscher
Kampflieder ist der Bogen gespannt.
Dann aber geht's los! Schon der Einzug der
insgesamt 14 Sänger und Musiker weckt helle Begeisterung im Saal; Kostüm und
Maske, Gestus und Bewegung der Musikalkomödianten versprechen ein großes
Spektakel. Voran Steffen Mensching als irrwitziger Dirigent, danach Hans-Eckardt
Wenzel im Clownskostüm (die beiden „Enkel"-Chefs sind Hauptakteure des
Abends), gefolgt von einem vertrottelten Operettengeneral, einem
feuchtfröhlichen Seemann, einem Geiger im Einstein-Look, einer kessen „Dame",
einem Mädchen in Chaplin-Verkleidung - kurz: jeder ist in die Haut eines ganz
bestimmten Typs geschlüpft und spielt diesen Typ konsequent und mit großer
Spannung den ganzen Abend über durch. Jeder der Beteiligten spielt mehrere
Instrumente. Diese musikalische Solidität, das Können der Spieler, ist
gewissermaßen das Fundament der Revue. Und da die Leute auch noch alle singen
können (übrigens ohne jedes Mikrofon, ohne Hallanlagen und andere
elektronische Stützen!), hebt sich der Abend kräftig von anderen
Unterhaltungen hierzulande ab.
Ich habe insgesamt 38 musikalische, pantomimische
und szenische Nummern gezählt. Da mischen sich Parodien und Travestien auf
verschiedene Genres der musikalischen Unterhaltung (vom alten
UFA-Tonfilmschlager über die beliebte Seemannsschnulze bis zur Pseudofolklore)
mit poetischen und kessen Liedern über unsere Gegenwart (Städteballaden über
Weimar, Berlin, Halle-Neustadt; Liebeslieder und nachdenkliche Reflexionen). Da
stehen große, aufrüttelnde politische Lieder und Szenen im Raum, dass es einem
den Atem verschlägt.
...Ich kannte bereits die großartigen
Literatur-Musik-Programme von „Karls Enkel" (Erich Mühsam, Goethe,
Theodor Kramer gewidmet). Dass man anspruchsvolle Themen und große politische
Dimension auch in die Unterhaltung einbringen kann - ohne dass das Gaudi dabei
zu kurz kommen muss -‚ zeigt nunmehr dieser Abend. Als ich den Saal verließ,
meinte ein junger Mann zu seiner Freundin: „Mann, war das ein Hammer!" .
(aus: Weltbühne 26/1983 von Jürgen Schebera)

Am 30.8.2007 fand eine kleine Feier zum 25-jährigen der Hammer=Rehwü statt. Es lief die DVD von der Aufführung 1982 und einige Veteranen gaben sich die Ehre:
